MAHNMAL FÜR DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS    salzburg

Realisierung

Adresse
Südtirolerplatz, A-5020 Salzburg, Österreich

Architektur
one room    georg huber / karl meinhart
mit Heimo Zobernig

Mitarbeit
Barbara Linsberger

Wettbewerb 2001, 1.Preis
(internationaler Kunstwettbewerb)
Planung 2001-2002
Ausführung 2002

Photos
Andrew Phelps
Photomontagen
one room

Das Denkmal symbolisiert das Bekenntnis der Stadt zu seiner Vergangenheit. Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, diese Erinnerung in eine plastisch-materielle Form zu bringen. Ich habe dafür die architektonische Form einer Hütte aus Beton gewählt. Betonplatte unten, Betonplatte oben, getragen von drei Betonpfeilern. Etwas fehlt: Der vierte Pfeiler. Er bricht die Wahrnehmung der Statik der Konstruktion. Einen zweiten Bruch, der sich auf die thematisierte Abwesenheit der erinnerten Opfer bezieht, stellt ein stilisierter Kopf dar, der zwischen Decke und einem der drei Pfeiler angebracht ist. Er verweist auf die figurative Tradition antifaschistischer Denkmäler, evoziert aber auch einen Verfremdungseffekt zu dem modernistischen Raster-Paradigma, das durch das Stahlbetonskelett des Denkmals und die architektonische Umgebung des Bahnhofsplatzes den Ort bestimmt. In die Betondecke ist folgender Text eingearbeitet:DIE STADT SALZBURG BEKENNT UND BETRAUERT, DASS AUCH HIER VERBRECHEN DES NATIONALSOZIALISMUS GESCHEHEN SIND UND BÜRGERINNEN DIESER STADT SICH DARAN MITSCHULDIG GEMACHT HABEN. OPFER DIESER BARBAREI WAREN JUDEN UND JÜDINNEN, PSYCHISCH KRANKE UND BEHINDERTE, SINTI UND ROMA, WIDERSTANDSKÄMPFERINNEN, DISSIDENTINNEN , KÜNSTLERINNEN, HOMOSEXUELLE, KRIEGSGEFANGENE UND ZWANGSARBEITERINNEN.DIE ERINNERUNG AN DIESE DUNKLEN JAHRE IST ZUGLEICH VERPFLICHTUNG ZU EINEM „NIE WIEDER”. EIN LEBEN IN HUMANER WÜRDE BERUHT AUF DEN PRINZIPIEN DER DEMOKRATIE UND DER MENSCHENRECHTE. DIESE GRUNDSÄTZE SIND ALLERDINGS NICHT SELBSTVERSTÄNDLICH, SONDERN MÜSSEN GEGEN DEN UNGEIST EINES HEUTE WIEDER VERSTÄRKT ZU BEOBACHTENDEN ALLTAGSFASCHISMUS WACHSAM VERTEIDIGT UND IMMER WIEDER NEU AKTIV ERRUNGEN WERDEN. DAS ANDENKEN DER OPFER VON GESTERN ZU EHREN HEISST SICH HEUTE AKTIV GEGEN ALLE FORMEN DES FASCHISMUS UND FÜR DIE WAHRUNG VON MENSCHENRECHTEN ZU ENGAGIEREN.(Text: Heimo Zobernig 2002)